Koordinator
Achim Rösiger (Technische Hochschule Augsburg)
Laufzeit
01.05.2026 - 30.04.2028
Projektvolumen
0,50 Mio. €
Projektpartner
CU Leichtbau-Forschung
Universität Bayreuth - Lehrstuhl Keramische Werkstoffe
Technische Hochschule Augsburg
Projektbeirat
C6 Composite Tooling GmbH
InovaCeram
Hufschmied Zerspanungssysteme GmbH
Walter E.C. Pritzkow Spezialkeramik
Schunk Kohlenstofftechnik GmbH
WPX Faserkeramik GmbH
Isovolta AG
Synova GmbH
Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL
Oxidische Faserverbundkeramiken (OCMC) sind Schlüsselmaterialien für die Energiewende im Chemieanlagenbau. Sie verbinden hohe Festigkeit bei Temperaturen bis 1 300 °C mit sehr guter Temperaturwechsel- und Korrosionsbeständigkeit, geringer Wärmedehnung und hoher Schadenstoleranz. Dadurch erreichen OCMC-Bauteile in Anwendungen wie Aluminiumguss, Ofen- und Brennertechnik deutlich längere Standzeiten als metallische Werkstoffe. Mit der zunehmenden elektrischen Beheizung chemischer Anlagen kommen Stahlwerkstoffe an ihre Grenzen; OCMC wird daher bereits im Pilotmaßstab eingesetzt. Auch in der Luft- und Raumfahrt ermöglichen OCMC deutliche Emissionsreduktionen.
Für die industrielle Nutzung müssen jedoch Bearbeitungsprozesse beherrscht werden, da OCMC-Komponenten trotz endkonturnaher Herstellung nach dem Sintern nachbearbeitet werden müssen, etwa zum Abtragen von Aufmaßen oder zum Einbringen von Bohrungen. Fehlende Kenntnisse zu verfahrensbedingten Schädigungen führen derzeit zu Ausschuss – besonders für KMU ein wirtschaftliches Risiko.
Im Projekt wird systematisch untersucht, wie verschiedene Bearbeitungsverfahren (Bohren, Fräsen, Schleifen, Wasserstrahl, Laser und kombinierte Verfahren) die Bauteilqualität beeinflussen. Durch die Analyse der resultierenden Materialstrukturen entsteht ein grundlegendes Verständnis der verfahrensabhängigen Effekte. Darauf aufbauend werden Standardprozesse definiert, die eine reproduzierbare Qualität ermöglichen und KMU in die Lage versetzen, OCMC wirtschaftlich und sicher zu bearbeiten.
Ein praxisorientiertes Handbuch sowie ein Online-Tool unterstützen Anwender bei der Auswahl der optimalen, kosten- und qualitätsgerechten Bearbeitungsmethode. Eine begleitende Life Cycle Cost Analysis identifiziert die jeweils wirtschaftlichste Option. Damit werden KMU befähigt, neue Hochtemperaturmärkte wie Chemieanlagenbau sowie Luft- und Raumfahrt zu erschließen und ihr Umsatzpotenzial deutlich zu steigern.